Das Bordmagazin von Tanja & Micha

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EMMAon tour

Tanja & Micha unterwegs seit 2018

Silkeborg: Weekend Deluxe im Skyttehuset

Emma auf der Wiesenterrasse mit Blick über den See, Tanja im Campingstuhl

Kennengelernt haben wir den Platz auf einer Camping-Messe. „All-inclusive-Camping“ stand an ihrem Stand, und das war ein Begriff, der bei uns erst mal nicht zusammengehen wollte. Camping ist doch: einkaufen, kochen, abwaschen, wiederholen. Hier sollte man drei Tage lang nichts davon tun müssen. Das wollten wir wissen. Also gebucht – Ende Mai, drei Tage Silkeborg.

Aber der Reihe nach…

Zwei Stunden bis Svejbæk

Von uns bis Silkeborg sind es gut zwei Stunden, und nach der ersten machen wir immer denselben Halt. Die Raststätte sieht aus wie alle Raststätten, aber man kann dort erstaunlich gut essen. Tanja bekam Burger mit Pommes, Bestellnummer 64.

Danach wird Jütland anders, als man Dänemark im Kopf hat. Keine Dünen, kein Wind, kein Horizont – stattdessen Hügel, Kurven und immer mehr Wald. Die letzten Kilometer nach Svejbæk führen durch Buchen, die Ende Mai noch dieses fast durchsichtige Maigrün haben. Und dann blitzt links unten plötzlich Wasser zwischen den Stämmen durch.

Der Platz

Skyttehusets Outdoor Camp liegt genau da, wo sich die Silkeborger Seen zu einer schmalen Wasserstraße verengen. Auf der anderen Seite Sommerhäuser mit weit heruntergezogenen Dächern, Rasen bis ans Ufer, dahinter bewaldete Hänge.

Zum Weekend Deluxe gehört ein Stellplatz mit Seeblick, und das nehmen sie wörtlich. Emma stand auf der obersten Wiesenterrasse, links und rechts je ein Adria, unter uns die Böschung mit hohem Gras, dann die Zeltwiese, dann der Steg mit den Motorbooten. Alle paar Stunden schob sich eines der weißen Ausflugsschiffe durchs Bild, ganz langsam, wie in Zeitlupe.

Auf dem Campingtisch wartete schon das Willkommensgeschenk: eine Flasche Merlot, ein Hjejlen Ale aus dem Grauballe Bryghus, zwei Tüten Chips, zwei Corny-Riegel und der Platzplan. Wir haben das tapfer weggearbeitet.

Willkommensgeschenk des Weekend Deluxe: Rotwein, Bier, Chips und Riegel auf dem Campingtisch

Der Freitagabend blieb grau, das Wasser lag stumpf und bleiern da. Am Samstagmorgen dann: tiefblauer Himmel, Schäfchenwolken, und der ganze See wie poliert. Über die Wiese zog Grillrauch vom Nachbarplatz, aus dem Café roch es nach Pizzateig, und die Kater hatten sich in der Emma längst fürs Nichtstun entschieden. Da waren wir uns einig.

Was „Deluxe“ hier heißt

Das Prinzip ist simpel: Ihr kommt her, um alles andere kümmern wir uns. Freitagabend gab es ein Wahlmenü mit Getränk – Tanja nahm das Ribeye, das kam mit Salat und Pommes im kleinen Fritteusenkörbchen. Danach noch ein Softeis mit Vanillekugel obendrauf, weil ja Urlaub ist.

Samstagmorgen stand das Frühstückspaket bereit: frische Körnerbrötchen, Butter, Käse, ein Karton Gebäck. Kaffee aus der eigenen Kanne dazu, am eigenen Tisch, mit Blick aufs Wasser – das ist genau die Sorte Frühstück, für die man sonst erst eine Stunde einkaufen fährt.

Mittags wäre eigentlich ein Lunchpaket zum Mitnehmen vorgesehen gewesen. Wir haben ausnahmsweise à la carte bestellt: Pizza mit Prosciutto und Mozzarella, ein Tuborg dazu, draußen an den grauen Steintischen. Abends dann noch mal à la carte. Und Sonntag von neun bis elf Brunch drinnen im Café, mit Klavier in der Ecke und Dannebrog an der Wand – Rührei mit Bacon, kleine Würstchen, Pfannkuchen, Aufschnitt, Käse, Trauben, Gebäck, Honig.

Brunchbuffet im Café mit Brot, Rührei, Würstchen und Aufschnitt

Das Essen war der Hammer. Alles davon, ohne Ausnahme.

Der Rest des Wochenendes bestand aus Sitzen. Kanus, SUPs und Tretboote liegen dort in leuchtendem Rot gestapelt herum, es gibt eine Tischtennisplatte und breite Sofas aus dicken Holzbohlen vor dem Café. Wir haben das alles ausgiebig betrachtet – vom Stuhl aus. Beschlossen haben wir trotzdem etwas: Irgendwann leihen wir uns hier ein Motorboot.

Sanitär übrigens 1a gepflegt, rotes Holzhaus, nichts zu meckern.

Und dann kamen wir auf die Homepage

Der Platz hat neue Besitzer, und die hatten sich ausgerechnet für dieses Wochenende einen Fotografen bestellt – neue Bilder für den Auftritt. Wir saßen also da, aßen, guckten aufs Wasser und wurden nebenbei abgelichtet.

Ergebnis: Wir sind jetzt auf der Homepage von Skyttehusets Outdoor Camp zu finden. Weil wir so hübsch sind, versteht sich. Damit hatten wir beim Buchen nun wirklich nicht gerechnet 😉

Fazit

Wir kommen wieder, am liebsten einmal im Jahr. Der Preis ist eine Ansage, das muss man ehrlich sagen. Aber man kümmert sich wirklich um nichts außer um Getränke und Eis – und genau diese Sorte Wochenende hatten wir gesucht. Kein Ärger, keine Nachbarschaftsgeschichten, nur die üblichen vier Verdächtigen: Tanja, ich und die beiden Kater.

Skyttehusets Outdoor Camp, Svejbækvej 3, Virklund, 8600 Silkeborg. Das Weekend Deluxe gibt es von März bis Oktober an ausgewählten Wochenenden. Mit eigenem Wohnmobil haben wir Ende Mai 2024 rund 350 Euro für uns beide bezahlt. Enthalten sind: Stellplatz mit Seeblick, Willkommensgeschenk, Freitagsmenü mit Getränk, Frühstücks- und Lunchpaket, Abendessen am Samstag, Sonntagsbrunch und Late Check-out. Getränke und Eis kommen extra. Gebucht haben wir einfach per Mail. Wer ohne eigenes Fahrzeug anreist, kann Zimmer, Glamping oder Hütte dazubuchen.

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